Die letzten Tage meiner Reise habe ich im Süden von Sri Lanka verbracht. Von den Bergen ging es zuerst nach Udawalawe und später weiter an die Küste nach Tangalle, ein kleiner und verschlafener Küstenort, an dem der Massentourismus noch nicht Einzug gehalten hat. Weihnachten im Baumhaus. Das war auch anfänglich fast der der Höhepunkt, denn wirklich anfreunden wollte ich mich mit dem Strandleben nicht. Nachdem das Landesinnere mehr Abwechslung als gedacht geliefert hatte, erschien mir der Strand nahezu trist und eintönig. Hinzu kam auch noch die Tatsache, dass ich für diesen Teil der Reise eigentlich keine konkreten Pläne hatte. Aber ein Reiseführer wirkt hier wahre Wunder und alsbald war klar, ich wollte in das intelektuelle Zentrum der Südküste nach Matare. Doch die Zimmersuche im Ort gestaltete sich mehr als schwierig. Am Polhene Beach versammelten sich tausende Einheimische zum bunten Treiben. Viele Hotels hatten schon über Wochen hinweg ihre Zimmerbuchungen komplett und für mich Individualisten gab es keinen Platz mehr. War dann doch mal ein Zimmer frei, so wurden dafür Wucherpreise verlangt, die in keinem Verhältnis zur angebotenen Leistung standen. Erst nach fast zweistündiger Sucherei ließ sich tatsächlich das letzte Zimmer am Surferstrand von Matare auftreiben. Versöhnt mit dem Strand wollte ich sogar in die tosenden Wellen eintauchen. Nicht überall an der Südküste kann man unbeschwert in das Meer gehen, denn die starke Strömung und die teilweisen bis zu 5 Meter hohen Wellen sind schon ein gewisses Risiko. Die letzten Tage meiner Reise verbringe ich nun in Rathgama, unweit vom Touristentrubel in Hikkaduwa. Der Strand dort zählt zu den bekanntesten in Sri Lanka. Kein Wunder das es tausende Ausländer hierher zieht. Der gesamte Ort scheint derzeit in fester Hand von russischen Landsleuten zu sein. Insgesamt ist der Ort nicht ganz nach meinem Geschmack, für einen Abstecher ist er aber durchaus gut genug.

Written on Dezember 29th, 2015 , Asien, Sri Lanka

Jetzt also da ich mit dem schnellsten Tuk Tuk Fahrer Sri Lankas die Berge hinab geheizt bin und jede Kurve quasi im Liegen auf der Rücksitzbank vom Tuk Tuk ausgemessen habe weiß ich, dass man in knapp 3 Stunden reiner Fahrzeit die Strecke Haputale nach Udawalawe bewerkstelligen kann. Ich bin heilfroh, dass ich mich für den Wahnsinnsritt per Tuk Tuk entschieden habe und nicht den lokalen Bus den Vorrang gelassen habe. Bei den unzähligen scharfen Links- und Rechtskurven wäre ich sicherlich das ein oder andere mal an meine körperlichen Grenzen geraten und hätte vermutlich mehr wehleidig als aufrecht die 5-stündige Bergfahrt überstanden. Zudem kann ich dem privaten Chauffeuer auch immer wieder ein Signal zum Fotostopp hier und dort geben, was zusätzlich von Vorteil ist. Und natürlich freue ich mich, dass dann nach drei Stunden Fahrt auch noch eine passable Bleibe für die nächsten zwei Nächte in dem ziemlich unspektakulärem Örtchen Udawalawe gefunden wird. Zwar reihen sich dutzende Unterkünfte an die viel befahrene Straße zum Udawalawa Nationalpark, doch dem klangvollen Namen Resort tragen nur die wenigsten tatsächlich Rechnung. Schon nach der ersten Nacht bin ich ziemlich genervt von dem lauten Verkehr und verfluche mal wieder eine schlaflose Nacht. Jetzt muß der Park mir schon einiges bieten, damit ich mit meiner Entscheidung hierher gekommen zu sein auch wieder versöhnt werde. Pünktlich um halb drei nachmittags kommt der Jeep zur Unterkunft vorgefahren und alsbald ist der Udawalawa Nationalpark erreicht. Hier soll es etliche Elefanten, Wasserbüffel, Krokodile und sogar Leoparden zu sehen geben. Nachdem die 15 Dollar Eintritt berappt wurden, geht es auch schon in den Park. Unbefestigte Pisten mit tiefen Schlaglöchern der letzten Regentage ziehen sich durch eine Landschaft, die fast wie eine afrikanische Savanne anmutet. Und schon bald tauchen die ersten Tiere auf, Elefanten gibt es unzählige zu sehen aber auch Wasserbüffel und viele verschiedene Vogelarten. Nur der Leopard will sich nicht zeigen! Aber egal. Am Ende der fast 4-stündigen Nachmittgassafari habe ich viel gesehen und eine wunderbare Zeit im Udawalawa Nationalpark verbracht.

Leave A Comment, Written on Dezember 23rd, 2015 , Asien, Sri Lanka Tags:
Leave A Comment, Written on Dezember 20th, 2015 , Asien, Sri Lanka

Haputale ist ein Mythos. Diesen Ort gibt es nicht…. Könnte man meinen, nachdem man fast 5 Stunden im Taxi zugebracht hat und eine Serpentine der nächsten folgte und der Taxifahrer zum fünften mal nach dem Weg fragen muß. Überhaupt scheint mir der Fahrer immer nervöser zu werden! Er hatte wohl nicht damit gerechnet, heute den ganzen Tag in seinem Vehikel verbringen zu müssen. Auch er scheint nicht mehr daran glauben zu wollen, heute noch Haputale oder das Sri Lak View Guesthouse im besagten Ort finden zu können. Doch auch diese Taxifahrt findet ein Ende und mein Chauffeuer scheint mehr als erleichtert, endlich sein Ziel erreicht und gefunden zu haben. Ohne Buchung zeigt man mir das Luxuszimmer mit eigenen Balkon und Aussicht, dass hier 30 Euro die Nacht kosten soll. Alle anderen Zimmer im Sri Lak View fallen deutlich gegenüber dem Luxustempel ab und die Entscheidung fällt leicht. Gleich bei Ankunft wird einem unweigerlich die Frage gestellt, was denn in den nächsten Stunden geplant sei und ob ich Interesse an einem Taxi zum Horton Plains Nationalpark hätte, die Attraktion schlechthin im Hochland von Sri Lanka. Ja ich habe Interesse, muß dafür aber früh morgens um halb fünf das Bett verlassen um pünktlich gegen sechs Uhr die Wanderung zum Big World´s End, einem Steilhang von über 870 Metern Höhe, zu beginnen. Fünf Kilometer liegen für das Ziel vor mir und noch einmal weitere 4 Kilometer Retour um die Rundstrecke zu beenden. Eine wirklich anstrengende Wanderung, die bei den heutigen Wetterverhältnissen ordentlich geschlaucht hat. Zu Beginn zeigte sich das Wetter noch von seiner guten Seite, doch alsbald hüllte sich die grandiose Landschaft aus Flechten, Moos und dichten Farnwäldern in einen beständigen Nebelschleier, der immer mehr Nass über die Landschaft ergoss. Der kalte Wind sorgte zusätzlich für Ungemütlichkeit und bald wurde aus der kleinen Wanderung eine Tortour! Umso mehr freute ich mich am Abend auf das Dampfbad im Talika Ayurveda Massagesalon von Haputale.

Leave A Comment, Written on Dezember 19th, 2015 , Asien, Sri Lanka

Acht Reisetage sind vergangen, häufig mit Regen und selten mit Sonnenschein. Irgendwie habe ich mich die erste Woche ziemlich schwer damit getan, mich mit dem Land und den Leuten anzufreunden. Gestern aber wurde der Bann gebrochen! Da ich mir von der alten Hauptstadt Anuradhapura viel mehr versprochen hatte, wollte ich mir unbedingt noch die zweite historische Hauptstadt von Sri Lanka, Polonnaruwa anschauen. Von Dambulla aus fahren aller halber Stunde lokale Busse in knapp 90 Minuten dorthin. An der Hauptstraße von Dambulla gibt man einfach den vorbeifahrenden Bussen mit der Nummer 41 oder 48 ein Handzeichen und schon kann man in den Bus aufspringen. Drinnen ist es kuschelig warm und der Körperkontakt zu anderen Mitreisenden ist garantiert. Dafür dröhnen aus den Lautsprechern indische Hits rauf und runter und man fühlt sich plötzlich richtig angekommen, mitten im Leben und voll auf der Reise kann ich endlich eintauchen in das Sri Lanka, dass ich von Beginn meiner Reise an erwartet hatte. So kann man auch im Stehen durch die geöffneten Fenster die vorbeirauschende Landschaft genießen und den ein oder anderen grasenden Elefanten am Straßenrand beobachten. Nach vorn zum Busfahrer schaut man lieber nicht, denn aus der Frontscheibe erkannt man nur zu häufig die ziemlich riskanten Überholmanöver des Fahrers hinterm Lenkrad und des entgegen kommenden Verkehrs. Nach knapp 90 Minuten Busritt auf Sri Lankanisch komme ich in Polonnaruwa an und werde mit herrlichen Wetter und einer noch schöneren Atmosphäre der Altstadt begrüßt. Ein Ausflug zu den alten Stadtanlagen gemeinsam mit einem Tuk Tuk Fahrer kann man in 3 bis 4 Stunden bewältigen. Aufgrund der Weitläufigkeit der alten Königsstadt macht es auch durchaus Sinn sich einen fahrbaren Untersatz zu besorgen. Völlig erschöpft habe ich dann den Tag am Polonnaruwa See ausklingen lassen und der letzte Bus fuhr mit ebenso indischer Beschallungsanlage durch die Dunkelheit zurück nach Dambulla. Ein wirklich schöner Tag, den man gut per Tagesausflug planen kann.

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Mitten auf einem riesigen Felsen trohnen die Ruinen einer historischen Festungsanlage, die in den 80-iger Jahren von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Den Löwenfels, wie Sigiriya übersetzt genannt wird, kann man in einem schweißtreibenden Aufstieg mit über 800 Treppenstufen erklimmen. Bei den aktuellen Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit ist man schon nach den ersten paar Höhenmetern bis auf die Knochen nass geschwitzt. Die Anlage ist gut besucht, trotz der fast schon unverschämten 30 Dollar Eintritt. Da zur Zeit aber keine Hochsaison auf Sri Lanka herrscht, kann man den Felsen relativ entspannt erklimmen, ohne in einer Menschenschlange behäbig von Treppenstufe zu Treppenstufe zu schleichen. Über eine stählernde Wendeltreppe sind auf halber Felsenhöhe die berühmten Felsmalereien zu sehen, meist barbusige Frauen, auch Wolkenmädchen genannt. Die Brüste der Mädchen erscheinen etwas überproportional im Verhältnis zum Körper. Offensichtlich hatten die damaligen Künstler ihre ganz eigenen Vorstellungen von Kunst und Körperkult!

 

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Inzwischen bin ich von Negombo mit dem Zug nach Puttalam gereist. Die Zugfahrt allein ist schon ein Abenteuer. Es rumpelt, ruckelt, wackelt und kracht. Die Waggons springen und hüpfen auf den Schienen und langsam und behäbig zuckelt der Zug seinem Ziel entgegen. Für asiatische Verhältnisse fast pünktlich, kommt der Zug nur mit einer Stunde Verspätung am Endhaltepunkt in Puttalam an. Von hier aus soll es nun in den Wilpattu Nationalpark gehen. Schon bald bin ich umrungen von Tuk Tuk Fahrern, die alle erdenklichen Reiseziele und Reisepreise nennen. Nein ich will nicht zum Busbahnhof, nein ich möchte nicht in ein Hotel, ja ich möchte zum Wilpattu. Kein Problem. Kostet mich 2.000 Rupien. Okay. Eine dreiviertel Stunde später bin ich mitten in der Wildnis angekommen. Keine Menschenseele ist zu sehen, dafür ein ohrenbetäubendes Grillengezirpe zu hören. Vom Baumhaus aus genieße ich einen unglaublichen Blick auf den Dschungel. Am nächsten Morgen ergießt sich ein Monsumartiger Regen vom Himmel, doch die Tour durch die Wildnis per Safarijeep ist gebucht und schon bald sehe ich die ersten Vögel, Rehe, Varane und sonstiges Getier. Die zwei Tage in Wilpattu vergehen wie im Flug und mit dem Tuk Tuk geht es weiter in die alte Königsstadt Anuradhapura, die aber nicht das verspricht, was im Reiseführer und im Internet darüber zu lesen steht. In der Weitläufigkeit der Stadt verlieren sich Stadtzentrum und alte Paläste, so dass man Anuradhapura eigentlich nur mit einem fahrbaren Untersatzu vernünftig erkunden kann. Da aber das Wetter für eine ausgiebige Besichtigung einfach nicht mitspielen will und das Lake View Hotel die Aussicht auf den See vermissen läßt, zieht es mich schon einen Tag später nach Dambulla. Und endlich werde ich mit Sri Lanka versöhnt. Zum ersten mal scheint durchgängig die Sonne und die Stadt hat das zu bieten, was ich zuvor darüber recherchiert habe. Ein Besuch in den Höhlentempeln steht auf dem Pflichtprogramm.

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Angekommen in Sri Lanka. Mit fünfstündiger Verspätung hob der Flieger in Doha vom Boden ab um am selben Abend in Colombo zu landen. Hitze und stickige Luft sind die ersten Einrücke vom Land. Völlig erschöpft nach einem langen Flug bin ich froh mich endlich in mein Bett mit Blick auf das Meer zu schmeißen. Na gut, ich könnte ja noch einen kleinen Abstecher in einer der vielen Bars hier in Negombo unternehmen. Und natürlich treffe ich die richtigen Gesprächspartner für einen langen Abend bei Bier und Reisegesprächen über Land und Leute. Ein paar hilfreiche Tipps werden ausgetauscht und bald darauf entschließe ich mich endlich auf´s Ohr zu hauen. Morgen wartet auch noch ein Tag.

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Ithala Nationalpark – Golden Gate Highlands Park – Clarens (690 km)

Leider neigt sich auch der schönste Urlaub einmal dem Ende entgegen. Zum Abschied von drei abwechslungsreichen Wochen Südafrika war mir die weite Anfahrt vom Ithala Nationalpark durch den atemberaubenden Golden Gate Highlands Park nach Clarens egal. Wer einmal in der untergehenden Abendsonne die rot leuchtenden Felsen der Maloti Berge und die gelb schimmernde Weite der Graslandschaft im Golden Gate Highlands Park erlebt hat, der verliebt sich sofort in diese wunderbare Landschaft und möchte diese mit allen Sinnen voll genießen. Und als ob das noch nicht genug wäre, kaum 20 km weiter folgt das kleine Künstlerörtchen Clarens mit seiner ganz eigenen Stimmung. Die vielen kleinen Galerien und die niedlichen Geschäfte verleihen dem Ort seine eigene Atmosphäre, die sich von jeder anderen südafrikanischen Stadt unterscheidet. Hier kann man es gut und gern mehrere Tage aushalten, zumal auch die Umgebung noch ihre Reize hat. Einen Tagesausflug nutzte ich für die Anfahrt zur Rückseite des Amphitheater und zum Fuße des Mont-Aux-Sources zum Sentinel Car Park auf 2.540 Metern Höhe. Allein die Autofahrt zum Parkplatz war schon ein Erlebnis für sich, denn die „Straße“ windet sich abenteuerlich an den Berghängen des Amphitheater in die Höhe und mit jeder Kurve wird der Zustand der Piste kritischer. Nur mit viel Brems-, Kupplungs-, und Gasgefühl ließ sich das Auto einmal sicher die Piste hinauf und auch wieder herunter manövrieren. Ein wahnsinniges Erlebnis! Und vom Parkplatz aus kann man dann noch bis zum Gipfel des Sentinel auf 3.165 Meter aufsteigen. Ein wahnwitziger Wanderweg, der zum Abschluss noch den Aufstieg auf den Sentinel über Strickleitern erfordert. Einfach unglaublich!

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